Der erste Tag des Kölner BarCamps liegt nun hinter mir. Für mich war es die erste Veranstaltung dieser Art, die mir aber wesentlich mehr als alle bisher besuchten “kommerziellen” Konferenzen gebracht hat. Der Gedanke des “Mitmachens” wird hier wirklich gelebt. Die ganze Veranstaltung behandelt nicht nur viele Themenbereiche des Web 2.0, sie ist auch Web 2.0 – zumindest im Sinne von User-Generated-Content. Natürlich kann nicht jeder Teilnehmer eine eigene Session halten, dennoch ist man als Teilnehmer keineswegs nur Konsument, sondern sorgt auch selbst für Inhalte: Durch die teilweise sehr kleinen Gruppen in den Sessions ergeben sich viel besser Diskussionen und Gesprächsrunden, als dies bei einer großen, kommerziell organisierten Konferenz der Fall wäre. Man fühlt sich wie auf einer Klassenfahrt – aber eben auf sehr hohem Niveau.
Bei folgenden Sessions war ich dabei:
- MVC mit jQuery: Timo Derstappen stellt sein JavaScript-Framework Jamal vor, das der Model-View-Controller-Konvention folgt und auf jQuery basiert.
- Social Networks: Oliver Ueberholz referiert über soziale Netz insbesondere im asiatischen Raum, wo eine andere Kultur sich auch in anderen Community-Realisierungen niederschlägt.
- AJAX meets Accessibility: Martin Kliehm stellt Erweiterungen von XHTML 1.1 zur Unterstützung von Accessibility bei AJAX-Einsatz vor.
- Freie Software und Web 2.0: Daniel Lehmann und David Roetzel thematisieren einen möglichen Widerspruch, der sich durch den Einsatz freier Software für Web-2.0-Projekte ergibt, deren Sourcecode aber nicht offen gelegt wird.
- Plazes: Stefan Kellner berichtet über Plazes und andere geobasierte Anwendungen.
Schade nur, dass man immer eine Auswahl treffen muss und daher an etlichen anderen (nicht minder interessant klingenden) Sessions nicht teilnehmen kann. Und dass einzelne Sessions wegen intensiver Diskussionen in bester Gottschalk-Manier hoffnungslos überziehen und man nachfolgende Session daher zu spät erreicht, spricht eher für die jeweilige Session.
“Was nix kostet, das ist auch nichts” – im Falle des BarCamps stimmt das wohl nicht. Morgen geht’s weiter…
Bis jetzt wurden 3 Kommentare abgegeben
1 Kai Uhlemeyer schrieb am 26. November 2006 um 20:39
Das Resumée am Ende gefällt mir!
2 Franz Patzig schrieb am 28. November 2006 um 11:17
Dein Zwischenfazit trifft es ziemlich genau. Das einzige, daß ich ändern würde, wäre der Begriff “professionell” organisierte Konferenzen. Meine Bezeichnung wäre hier kommerziell. Ich hatte den Eindruck, daß alles sehr professionell ablief, mal von ein paar Kleinigkeiten abgesehen. Wir, als Organizer, haben mit Beträgen hantiert, die ungefähr zweieinhalb Eintrittskarten für eine kommerzielle Konferenz kosten, die Teilnehmer haben ein Übriges getan.
3 Georg Ledermann schrieb am 28. November 2006 um 11:27
Franz, danke für den Hinweis. Du hast völlig recht, abzugrenzen ist das BarCamp von “kommerziellen” Veranstaltungen. Ich habe es oben korrigiert. Und auch an dieser Stelle vielen Dank an Dich und die anderen Organisatoren!